interview
Interview mit der Babybox & Family
Mai, 2022
"Es braucht nicht viel am Anfang, aber das Richtige". Nach dieser Maxime findet ihr bei Marina und Sissi, den Expertinnen im Bereich Erstlingsausstattung und Babykleidung, die schönsten Looks und Styles für eure Kleinen. 2017 haben sie gemeinsam die Babybox & Family gegründet und mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrrung als Mütter und Hebamme entwerfen sie seit 2019 ihre eigene Babybox Collection. Da nicht alle werdenden Eltern das Glück haben, von einer Hebamme betreut zu werden, ist es ihnen eine Herzensangelegenheit, ihr Wissen weiterzugeben und (werdende) Eltern dabei zu unterstützen, die richtige Kleidung und die nötigen „Accessories“ für ihr Neugeborenes zu finden. Im Interview nimmt uns Marina hinter die Kulissen der Babybox & Family:
Photo: Babybox
Was hat euch dazu bewegt die Babybox und eure eigene Kollektion zu gründen und welche Idee und Philosophie stecken dahinter?
Die Idee für die Babybox wurde während meiner Schwangerschaft geboren. Ich war so unsicher bei der Auswahl der richtigen Kleidung für mein Baby: Was brauche ich wirklich - und vor allem, wie viel? Ich hatte das Glück, dass Sissi, meine Hebamme, mir viele wertvolle Tipps gab und kurzerhand sogar mit mir einkaufen ging, um meine Erstausstattung zu kaufen. Da nicht alle werdenden Eltern das Glück haben, von einer tollen Hebamme betreut zu werden, möchten wir unser Wissen gerne weitergeben. Mit der Babybox wollen wir (werdende) Eltern dabei unterstützen, die richtige Kleidung und die nötigen "Accessoires" für ihr Baby bzw. Neugeborenes zu finden. Es benötigt nicht viel, aber das richtige! Wir möchten aber auch alle abholen, die ein Geschenk zur Geburt suchen: Ob individuell oder als fertige Box, wir beraten unsere Kundinnen sehr gern.
Der Launch der Babybox Collection 2019 war für uns ein logischer Schritt. Wir sind sehr zufrieden mit unseren Händlern, haben aber gemerkt, dass einige unserer Bedürfnisse nicht zu 100% von ihnen abgedeckt werden können. Sei es das Design, die Funktion oder die Farbauswahl, sodass wir eigene Produkte entwickelt haben, ganz nach unseren Vorstellungen. Auch hier haben wir viel getestet, wodurch wir Needs und Probleme erkannt haben und entsprechend weiterentwickeln konnten und es stetig tun. Unser Goal sind Produkte die möglichst so rein sind wie Babys selbst.
Photo: Babybox
Was waren eure Impulse langlebige und fair produzierte Kindermode herzustellen?
Uns war es wichtig nicht nur Produkte zu verkaufen, die hübsch aussehen, sondern die in erster Linie dem Baby gut tun und so natürlich wie möglich sind. Die Haut von Babys, insbesondere von Neugeborenen ist sehr zart und empfindlich, dass sie ganz besonders geschützt werden sollte. Daher schauen wir uns immer die gesamte Wertschöpfungskette an, die zB. unsere Wolle durchläuft, bevor sie als Kleidungsstück bei uns erhältlich ist. Geht es dem Schaf, das die Wolle liefert nicht gut, sollte daraus auch keine Baby- bzw. Kinderkleidung gemacht werden.
Photo: Babybox
Was macht die Babybox so einzigartig und was möchtet ihr mit eurem Label verändern?
Ich denke unser ganzheitliches Konzept ist im Bereich Babykleidung einzigartig. Es gibt viele Labels die tolle nachhaltige Produkte haben, aber deren Optik leider nicht besonders modern ist und genauso gibt es sehr viele Marken, die hübsche Sachen haben, aber deren Qualität sowie Nachhaltigkeit nicht unseren Standards entsprechen. Wir haben die Lücke geschlossen und zusätzlich geben wir mit unseren fertig gepackten Boxen (werdenden) Eltern die Sicherheit die wichtigsten Essentials für ihr Kind zu haben.
Für die Zukunft möchten wir das Angebot der Babybox Collection vergrößern und mehr Produkte entwickeln, umso noch besser auf die Bedürfnisse unserer Kundinnen eingehen zu können. Daneben wollen wir als Marke erwachsener werden und mehr Produkte für Mamas und natürlich auch Papas anbieten.
Photo: Babybox
Wie setzt ihr euch konkret für eine nachhaltige Produktion ein?
Für die Produktion unserer Babybox Collection arbeiten wir mit einer kleinen Manufaktur in Italien zusammen. Die Kooperation mit kleinen Produzenten, die möglichst die gesamte Wertschöpfungskette abdecken können, ist uns sehr wichtig. Unsere Strickkollektion lassen wir nur auf Anfrage produzieren, sodass kein Produkt über bleibt. Außerdem hinterfragen wir Prozessabläufe stetig. Gibt es etwas zu verbessern, versuchen wir dies gemeinsam umzusetzen. Ein Beispiel: Müssen alle Kleidungsstücke einzeln in Folie verpackt werden oder kann man hier eventuell Verpackungsmaterial einsparen? Diese Frage stelle ich in regelmäßigen Abständen unseren Produzenten und Lieferanten. So haben wir bei einigen Produzenten eine komplett plastikfreie Produktion bewirken können. Wir haben uns auch dazu entschieden auf Hang-Tags (Produktetiketten) zu verzichten, weil diese am Ende des Tages nur für den Mülleimer produziert werden. Natürlich erfordert, das immer einen Schritt mehr zu gehen oder eine Extraschleife in der Kommunikation, aber in der heutigen Zeit zählt jeder noch so kleine Schritt und da ist es egal, ob man ein großes oder kleines Unternehmen ist. Wir haben alle eine Verantwortung und mich freut es riesig, wenn ich Babys in unseren Produkten sehe, weil ich dann merke, dass sich der Aufwand lohnt.
Photo: Babybox by HALFEN
Welche Materialien verwendet ihr? Und seid ihr zu den Themen #whatsinmyclothes und #whomademyclothes ganz transparent?
Wir verwenden für die Babybox Collection ausschließlich natürliche Materialien – Wolle (Merino-, Schur-, Alpaka- & Yak-), Kaschmir, Baumwolle und ab Ende des Jahres auch Wolle & Seide. Natürliche Materialien haben den Vorteil, dass sie tolle Eigenschaften mitbringen und dazu wollen wir auch aufklären. All unsere Produkte werden in Europa und nach den Textilstandards der europäischen Union hergestellt, das ist uns sehr wichtig. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und wählen unsere Produzenten mit Bedacht aus. Sind wir heute schon da wo wir sein wollen? - Nein, aber wir geben jeden Tag unser Bestes, um unserem Ziel näher zu kommen.
Photo: Babybox
Wer arbeitet jeden Tag mit viel Leidenschaft an eurer Vision und stellt die Kinderkleidung her?
Wir, unser Team und natürlich unsere Produzenten sowie Strickerinnen hier in Deutschland.
Was ist euch wichtig bei der Herstellung und nutzt ihr lokale oder regionale Ressourcen?
Wir nutzen lokal ansässige Unternehmen sofern es diese gibt und sie unseren Ansprüchen genügen. Neben der bereits angesprochenen Wertschöpfungskette, ist es uns auch wichtig, dass die Philosophie und Werte der Produzenten mit unseren übereinstimmen und wir achten darauf, dass der gesamte Herstellungsprozess so effizient wie möglich ist und keine Ressourcen verschwendet werden. So wird unsere Strickkollektion von Müttern und Omis aus ganz Deutschland mit Liebe per Hand gestrickt.
Photo: Babybox
Wie würdet ihr euren Stil & das Design eurer Babybox Kollektion beschreiben?
Ich denke klassisch und simpel, mit einem modernen Twist beschreibt es am besten. Neben einer schönen Optik, sind unsere Produkte sehr auf Funktionalität und Design bedacht: Muss da ein Knopf hin oder können wir das auch anders lösen? Was ist am komfortabelsten für das Baby und wie können wir das Baby mit unserer Kleidung in seiner Entwicklung fördern? Unsere Farbauswahl ist sehr natürlich. Wir möchten, dass unsere Produkte auch noch von kleinen Geschwistern, Freunden oder sogar Enkeln getragen werden können. Ganz unabhängig vom jeweiligen Geschlecht des Babys.
Photo: Babybox
Mit welchen Hindernissen habt ihr zu kämpfen?
Wir sind sehr stolz darauf, dass wir eigentlich nur Mamas oder Mamas to-be bei uns im Unternehmen beschäftigen und möchten dies auch weiterführen. Selbstverständlich bedarf es hier einer guten Organisation. Ich betrachte dies aber eher als eine Herausforderung als ein Hindernis. Wirklich Hindernisse entstehen meist, wenn Produzenten Materialien oder Farben nicht mehr anbieten, die daraus hergestellten Produkte aber sehr gut liefen und wir nach Alternativen schauen müssen. Das kann unter Umständen dazu führen, dass Produkte für einen gewissen Zeitraum nicht verfügbar sind und wir die Nachfrage nicht bedienen können, was sehr ärgerlich ist. Und natürlich war bzw. ist auch Corona für uns ein Hindernis, aber dank unseres unglaublichen Teams haben wir auch diese Situation sehr gut handhaben können und sind letztendlich daran gewachsen.
Photo: Babybox
Was sind eure Pläne für die Zukunft?
Wir haben Babybox gegründet, um werdenden Eltern die Unsicherheit und Unwissenheit über die richtigen Produkte für ihr Neugeborenes zu nehmen und den Start eines neuen Lebens so einfach wie möglich zu gestalten. Wir möchten dies weiterführen. Darüber hinaus wollen wir ein Ort schaffen, an dem wir alles rund um die Themen schwanger werden, Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und das Leben mit Informationen, tollen Produkten, Austausch und Anregung zusammenfassen. Dies bereiten wir intern aktuell sehr intensiv vor. Stay tuned. Big things are coming 😉.
Vielen lieben Dank für das super interessante und spannende Interview. Wer jetzt neugierig geworden ist und die kuschelige Erstausstattung näher kennenlernen mag, dem lege ich den Online-Shop und Laden der Babybox wärmstens ans Herz!